Wie geht Vergebung? Ein Impuls zum Muttertag…

Wie geht Vergebung? Ein Impuls zum Muttertag…

Lange Jahre habe ich meine Mutter verurteilt. Eine Frau, die ihr Kind nicht wirklich lieben konnte. Diese "Story" war in meinem System dokumentiert, dort quasi "in Stein gemeißelt". Bis ich mit 37 endlich langsam zu erkennen begann, dass ich mich durch meine Gedanken jeden Tag aufs neue schwächte, mich weiter in eine Opferrolle hineinmanövrierte - aus der ich ja unbedingt hinaus wollte. Aber dieser "Schöpfungskreislauf" war mir nicht bewusst... Heute, mit knapp 42 kann ich zum Muttertag aus tiefstem Herzen: "Ich hab dich lieb, Mama" sagen. Wie geht also Vergebung?

In der Kacke so richtig "ankommen"...

Das allerwichtigste - aus eigener Erfahrung ist - hau die Kacke so richtig raus. Wenn du immer alles "schönredest" ("ist ja doch nicht so schlimm..." "geht schon irgendwie"....) bleibst du in deinem Hamsterrad drinnen. Benenne die Scheisse, in der du steckst: JA, so fühle ich. JA, so denkt es in mir. Und jetzt ist FERTIG! Wenn du beginnst, schon mal ehrlich hinzufühlen und die Dinge beim Namen zu nennen, dann ist das ein aktiver Schritt in die richtige Richtung.

Fange an, deine Gedanken zu dokumentieren...

Mir war damals nicht bewusst, WAS es da so alles in mir denkt. Wir Menschen denken schätzungsweise um die 70.000 (!!) Gedanken jeden Tag. Das war mir lange nicht bewusst. Als ich das relativ am Anfang meiner Ausbildung zum Coach selbst begonnen habe nieder zuschreiben, fiel es mir erst mal wie Schuppen von den Augen: "Aha, DAS denkt ES alles in mir?!?!" Mir wurde plötzlich bewusst, wie viel negatives, demotivierendes und wachstumshemmendes alles in meiner Birne unbewusst vor sich hin "gärte". Unglaublich! Als mir dann dieser Zusammenhang klar wurde: Gedanken erzeugen Gefühle, diese wiederum steuern mein Verhalten und meine Entwicklung..... Tja, da wurde ich dann sehr "lerngierig": Ich wollte das SELBER gestalten!! Und das interessanteste überhaupt war: Mir wurde langsam klar, dass ich unheimlich viel in mir drinnen "stecken" hatte an Gedanken und Glaubenssätzen, die gar nicht von mir waren aber nach denen ich tagtäglich handelte und funktionierte - das war einer meiner größten Schlüssel in meiner Entwicklung. Also: miste Gedanken aus!

Welche "Stories" erzählst du dir IMMER WIEDER aufs NEUE...

Diese Geschichten schau dir um so genauer an. Meine "Story" beispielsweise über meine Mutter war natürlich immer wieder mein frisches "Pulver" für den Hass auf sie - und als ich begonnen hatte, hier meine Gedanken auf Wahrheit zu überprüfen (da kann ich beispielsweise "THE WORK" von Byron Katie wärmstens empfehlen) kam ich natürlich sehr schnell auf Dinge, die ich einfach zu glauben begonnen hatte, obwohl überhaupt keine objektiven "Beweise" dafür ersichtlich waren. Vergebung bedeutet Freiheit für dich. Lerne zu vergeben, nicht für den anderen, sondern für dich.

Das alles war natürlich ein längerer Erkenntnisprozess für mich und ich durfte dabei auch all den Hass, die Wut, die Traurigkeit erst einmal fühlen lernen. Emotionen fühlen zu lernen steht hier an aller erster Stelle. Denn eine Emotion ist eine sehr starke Energie, die fließen will. Wenn du sie permanent über Jahre hinweg unterdrückst, entstehen Blockaden und du steckst "fest" oder reagierst  oft übertrieben in Situationen (zB wenn du deine Wut nicht konstruktiv fühlen gelernt hast). ABER - wie schon gesagt - ich erkannte was meine Mutter betrifft unheimlich viel. Die heilsamsten Entwicklungsmomente waren sichere diese, als es mir gelang, in geführten Meditationen ihre Position einzunehmen, also quasi in sie "hineinzuschlüpfen" und die Situationen aus ihren Augen zu betrachten. Das waren die Momente, als sich dann immer mehr mein Herz für sie zu öffnen begann.

Entwickle ein starkes Bild von dem WIE du mit dieser Person in Zukunft sein willst...

Wir alle wissen meist sehr gut, was wir NICHT wollen. Auch von der Person, mit der du Konflikte hast. Beginne dich damit auseinanderzusetzen, welche Beziehung du mit der Person in Zukunft führen willst. Wie stellst du dir eine erfüllende Beziehung vor? Wie verhältst DU dich dann gegenüber dieser Person? Positive, starke Visionen unterstützen Heilungs- und Vergebungsprozesse ungemein. Ein starkes Bild hilft. Das hat nichts mit esoterischem "positiv denken" zu tun. Unser Gehirn beschäftigt sich nämlich von Natur aus mit Lösungswegen. Desto mehr positive Bilder du also von Situationen die du erreichen willst in dir verankert hast, desto eher setzt sich auch dein Unterbewusstsein dafür in Bewegung. Diese Mechanismen wirken in allen Bereichen deines Lebens: sowohl privat als auch beruflich.

 

 

 

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