Salutogenese – oder: Wie entsteht Gesundheit?

„Wieso gelingt es Menschen, sich trotz massiver Belastungen durch krankmachende Einflüsse zu stabilisieren und gesund zu halten?“ Diese Beobachtungen führten den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er Jahren nach der Auswertung einer seiner Gesundheitsstudien von weiblichen KZ-Überlebenden zu dieser essenziellen Frage.

Aber was gehört zur Gesundheit dazu?
Wenn wir uns gesund fühlen, sprechen wir von physischem Wohlbefinden (du hast keine körperlichen Beschwerden und ein positives Körpergefühl). Weiters zählt natürlich auch das psychische Wohlbefinden dazu (Freude, Glück, Zufriedenheit) sowie Leistungsfähigkeit, Sinnfindung, Selbstverwirklichung und der Umgang mit Belastungen sowie die Nutzung von deinen Ressourcen.

Als Antwort auf Antonovsky’s Frage „Wie entsteht Gesundheit“ steht ganz zentral ein Begriff im Zentrum: das Gefühl von „KOHÄRENZ“. Oder anders ausgedrückt: dein Gefühl von Stimmigkeit.

Damit du dich „stimmig“ bzw. „kohärent“ fühlst, müssen 3 Faktoren erfüllt sein:

1. Faktor: Deine Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens bzw. der Situation zu verstehen – VERSTEHBARKEIT.
2. Faktor: Deine Überzeugung, das eigene Leben bzw. die Situation gestalten zu können – MACHBARKEIT.
3. Faktor: Dein Glaube an den Sinn des Lebens bzw. in das was du tun sollst – SINNHAFTIGKEIT.

Man kann im Prinzip folgendes festhalten: Salutogenese (lateinisch salus „Gesundheit“, „Wohlbefinden“ und -genese, also „Gesundheitsentstehung“) steht als Wissenschaft der Pathogenese (altgriechisch páthos, „Leiden(schaft), Sucht“) die sich mit der Entstehung und Entwicklung einer Krankheit mit allen daran beteiligten Faktoren beschäftigt, direkt gegenüber.

Wir alle sind jedoch so lange wir leben, immer in einem gewissen Ausmaß „gesund“ oder „krank“. Gesundheit ist kein statischer Zustand. Jeder Mensch ist zum Teil gesund und zum Teil krank.

Die zugrunde liegenden Fragestellungen orientieren sich allerdings aus zwei unterschiedlichen „mentalen“ Sichtweisen: Pathologisch-orientierte Menschen legen den Fokus auf die Krankheiten, ihre Ursachen und die Gefahren, die es zu vermeiden oder zu bekämpfen gilt. Salutogenetisch-orientierte Menschen blicken auf attraktive Gesundheitsziele die sie erreichen und wozu sie möglichst viele Ressourcen erschließen wollen. Diese unterschiedliche Orientierung kann in der Praxis zu sehr unterschiedlichen Folgen im Leben führen.

Antonovsky beschreibt diese Sichtweise in einer Metapher:
Er sieht den Fluss als Strom des Lebens und Menschen schwimmen in diesem Fluss voller Gefahren.
bist du pathogenetisch-orientiert, versuchst du den Ertrinkenden aus dem Fluss zu retten.
… bist du salutogenetisch-orientiert, beschäftigst du dich damit, wie man den Menschen zu einem guten Schwimmer macht.

Es ist immer deine Entscheidung, aus welcher Perspektive du dein Leben leben willst.
Wenn du dich jedoch langfristig deiner Gesundheit widmen möchtest, beginne, dir in vermeintlich „blockierenden“ Situationen diese Fragen zu stellen:

Verstehe ich die Herausforderungen, also das, was da gerade passiert?
Erkenne ich einen Sinn? …auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick keinen für dich gibt, ist es ratsam, sich dennoch in der Tiefe damit auseinanderzusetzen. Ein Sinn ist immer vorhanden, nur ist es oft nicht der, den man in diesem Augenblick sehen will.
Brauche ich eventuell mehr Machbarkeit/Wege/andere Lösungen? Liegen zur Bewältigung von meinen Herausforderungen passende Ressourcen (Zeit, Umfeld, Energie, Geld) vor, die ich selber kontrollieren kann?

…denn das Kohärenzgefühl steht auch in direktem Zusammenhang mit deiner Selbstwirksamkeit. So erleben Menschen Selbstwirksamkeit, wenn Herausforderungen als kohärent angesehen werden.

Tipp: Wenn du einzelne Aspekte davon mit „nein“ beantworten solltest, prüfe, was du benötigst, damit ein „ja“ daraus wird!

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